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WS 2018/2019

Seminars

Stefanie Grüne, Tue 8 - 9-30 a.m., room 4.016

Einführung in Kants Theoretische Philosophie

Ziel dieses Seminars ist es, zu verstehen, was Kants grundlegendes Projekt in der Kritik der reinen Vernunftist. Dazu werden wir uns nicht nur mit der Kritik der reinen Vernunftselbst, sondern auch mit zwei früheren Texten Kants beschäftigen: Zum einen werden wir Teile seiner Inauguraldissertation von 1770 lesen, in der sich Kant unter anderem mit der Frage beschäftigt, ob wir die Dinge so erkennen, wie sie an sich selbst beschaffen sind.  Zum anderen werden wir einen Brief diskutieren, den Kant 1772 an den späteren Arzt Marcus Herz schreibt. In diesem Brief formuliert Kant ein fundamentales Problem, das sich in Bezug auf seine in der Inauguraldissertation vertretene Annahme stellt, wir seien in der Lage, Dinge durch den Verstand so zu erkennen, wie sie an sich selbst beschaffen sind. In unserem Seminar werden wir versuchen, möglichst genau zu rekonstruieren, welche Position Kant in der Inauguraldissertation in Bezug auf die Erkennbarkeit von Dingen vertritt, warum er diese Position zwei Jahre später für problematisch hält, und wie er das von ihm gesehene Problem in der Kritik der reinen Vernunftlöst. 

Stefanie Grüne, Tue 5.45 - 7.15 p.m., room 4.016

Die anthropologische Differenz

Unter „anthropologischer Differenz“ versteht man den fundamentalen Unterschied zwischen Menschen und Tieren, d.h. einen solchen Unterschied, der alle weiteren Unterschiede zwischen ihnen bedingt und erklärt. Im Laufe der Zeit wurden ganz unterschiedliche Vorschläge zu der Frage gemacht, welches Merkmal den Menschen fundamental von Tieren unterscheidet: Vernunft, Sprachfähigkeit, Selbstbewusstsein, Wissen um Vergangenheit und Zukunft, die Fähigkeit, Werkzeuge zu benutzen etc. In unserem Seminar werden wir verschiedene dieser Vorschläge diskutieren. Besonderes Augenmerk werden wir dabei auf die in jüngster Zeit vor allem von Matthew Boyle gemachte Behauptung richten,

dass das Vernunftkriterium nicht so verstanden werden darf, dass Vernünftigkeit beim Menschen einfach zu den anderen mit den Tieren geteilten kognitiven Fähigkeiten dazu komme, sondern dass erstere letztere transformiere, so dass z.B. Tierwahrnehmung etwas wesentlich anderes sei als menschliche Wahrnehmung.

Sven Bernecker, Wed 12 - 1.30 p.m., Kurt-Alder-Hörsaal

Theoretische Philosophie I: Erkenntnis und Sprache

Die Einführungsvorlesung „Erkenntnis und Sprache“ (BABM 1-1) vermittelt grundlegende Kenntnisse über erkenntnistheoretische und sprachphilosophische Methoden und Unterscheidungen.

Sven Bernecker, Wed 4 - 5.30 p.m., room 4.011

Metaphysik des Wissens

Das Seminar beschäftigt sich mit der Entwicklung und Verteidigung einer neuen Variante der reliabilistischen Wissenstheorie. Die Grundidee des Reliabilismus besagt, dass Wissen wahre Überzeugung ist, die durch die korrekte Anwendung einer zuverlässigen Methode gewonnen wurde. Der explanatorische Reliabilismus fordert außerdem, dass zwischen der zuverlässigen Methode und der Wahrheit der Überzeugung ein explanatorischer Zusammenhang besteht. Da sämtliche Seminartexte in englischer Sprache abgefasst sind, sind gute englische Lesekompetenzen für den Besuch des Seminars unentbehrlich.

Luis Rosa, Wed 4 - 5.30 p.m., room 4.016

Introduction to formal epistemology

In this course I will introduce the main topics of/methods used in formal epistemology. We will study the use of formal logic as a means of encoding epistemic principles of knowledge and belief, and apply it to the treatment of paradoxes such as the Knowability Paradox and Moore's Paradox. We will also go through the literature on Bayesianism and the relationship between categorical beliefs and degrees-of-belief, thus bringing the probability calculus to bear on epistemological issues.

Paul Silva, Thu 10 - 11.30 a.m., room 4.202

Recent Work in the Theory of Knowledge

Knowledge has commonly been taken to be justified true belief that avoids certain problematic cases ("gettier cases"). But there is a good bit of pressure that has been put on this traditional view in recent years. Some philosophers have argued that knowledge doesn't require justification, other philosophers have argued that knowledge doesn't require truth, and other philosophers have argued that knowledge doesn't require belief. This course will examine these pressures and investigate the extent to which a broadly Kantian conception of knowledge is able to help save the common view of knowledge.

Luis Rosa, Thu 2 - 3.30 p.m., room 4.202

Modal logic and philosophy

This course will introduce the student to standard modal logic and explore its import to different areas of philosophy. Applications of modal logic will be discussed in the contexts of epistemology, metaphysics and ethics.

Paul Silva, Fri 12 - 1.30 p.m., room 4.011

Introduction to Metaphysics and Epistemology

In the first part of this course our main interest will be in philosophical questions about the nature of time, the identity of persons across time, and the conditions for free will. In the second part of this course our main interest will be in questions about the nature of human knowledge: what is knowledge, what are our sources of knowledge, and how–if at all–we can show that we have knowledge and deal with the problem of skepticism. Throughout the course there will be various introductory lectures on inductive and deductive logic.

Jakob Ohlhorst, Fri 10 - 11.30 a.m., room 4.016

Virtue from A(ristotle) to Z(agzebski)

Dieses Proseminar gibt eine Einführung in den Tugendbegriff und seine Entwicklung. Wir werden mit einigen historischen Beispielen beginnen (Aristoteles, Konfuzius, Thomas Aquinas), uns aber primär auf das 20. und 21. Jahrhundert konzentrieren. Dies umfasst die Wiedereinführung der Tugendethik durch Elisabeth Anscombe und ihre darauffolgende Entwicklung durch z.B. Philippa Foot. Wir werden uns jedoch auch mit der noch jüngeren Tugenderkenntnistheorie, wie sie von Linda Zagzebski entwickelt wird, und ihren Anwendungen bei z.B. Miranda Fricker's Konzept des epistemischen Unrechts befassen. Damit befasst sich der Kurs explizit mit sowohl theoretischer als auch praktischer Philosophie und ihren Kontaktstellen.